Höhenrausch und Atemnot (E-Book, EPUB)

eBook - Mein Weg auf den Kilimandscharo
ISBN/EAN: 9783641037093
Sprache: Deutsch
Umfang: 240 S., 4.16 MB
Auflage: 1. Auflage 2010
E-Book
Format: EPUB
DRM: Digitales Wasserzeichen
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<b>Jeder kann sich seine Lebensträume erfüllen auch noch mit 65!</b><br /><br />Der Kilimandscharo ist mit 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas. Einmal seinen Gipfel Kibo (Uhuru Peak) zu erklimmen und die Sonne über Afrika aufgehen zu sehen, ist der Traum vieler Menschen. Johannes Kaul, ehemaliger Chef des ARD-Morgenmagazins, erfüllte ihn sich mit 67 Jahren: Er begleitete eine Gruppe deutscher Bergwanderer bei ihrem fünftägigen Aufstieg zum Dach Afrikas und dokumentiert, wer diesen bewältigt und wen Erschöpfung und Höhenkrankheit zum Aufgeben zwingen. Geführt wird die Gruppe von Hubert Schwarz, dem deutschen "Kilimann": Er ermuntert die Schwachen, bremst die Übereifrigen, kennt die Wege und die Risiken.<p>Die eigenen Grenzen ausloten, die sportliche Herausforderung und daraus Selbstbestätigung ziehen, Stress und Zusammenhalt in der Gruppe, das Geschäft der Bergführer und Träger mit den Touristen und schließlich der erhebende Moment, wenn das Ziel erreicht ist und auf dem Uhuru Peak die Sonne aufgeht Johannes Kaul schildert das Abenteuer Kilimandscharo in all seinen faszinierenden Facetten.<p>Der Serviceteil des Buches, verfasst von Hubert Schwarz, enthält zudem alle praktischen Aspekte für das Gelingen dieses Abenteuers von der richtigen Planung und Ausrüstung bis hin zu Tipps gegen Kopfschmerzen und Atemnot in den eisigen Höhen.<br /><br />
Johannes Kaul ist Gründer und ehemaliger Chef des ARD-Morgenmagazins. Der Journalist ist seit über 40 Jahren für die Fernsehsender WDR und ARD als Reporter, Redakteur und Moderator tätig und hat Lehraufträge an den Universitäten Dortmund und Leipzig.
Warum will ich mich auf einen Weg machen, der mir das Atmen und das Gehen erschwert und der mich nachts nur wenig Schlaf finden lässt? Warum will ich mit 67 Jahren einen Weg gehen, bei dem mich am Ziel nur Kälte und geringer Sauerstoffgehalt der Luft erwarten? Auf der Suche nach dem Glück?
An einem grauen Januartag finde ich mich in dem Arbeitszimmer wieder, in dem ich dreizehn Jahre lang als Redaktionsleiter des ARD-Frühstücksfernsehens in Köln gearbeitet habe. In der einen Hand einen kleinen Zettel mit Notizen, in der anderen eine Übersichtskarte der Bergregion des Kilimandscharo - und im Herzen eine zunächst einmal völlig verrückte Idee.
Mein erstes »Opfer« an diesem Tag im WDR ist Martin, der vor ein paar Jahren meinen Job übernommen hat und sich jetzt anhören muss, was an Plänen im Kopf eines 67-jährigen Ruheständlers noch so alles Platz hat. Dabei hören sich die Überlegungen im ersten Moment ganz vernünftig an: Jeden Morgen gibt es im ARD-Morgenmagazin seit seiner Gründung 1992 drei Zeitstrecken für Live-Reportagen; gewissermaßen ein Blick aus der alltäglichen Studioumgebung in Köln heraus in die Welt. Und da könnte man doch . . . Ja, da könnte man versuchen, das Studiofenster einmal ganz weit aufzustoßen und mit Mann und Maus und technischem Live-Equipment nach Afrika zu gehen. Dort könnten wir die Chance nutzen, etwas von dem Mythos zu ergründen, der sich in den letzten Jahren um den Weg zum schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo gebildet hat.
»Martin, du weißt schon - der Hemingway-Berg«, zu dem Jahr für Jahr immer mehr Abenteuerlustige aufbrechen. Sie wollen den Berg bezwingen und sich selbst dabei etwas beweisen.
Fünf Tage - so höre ich mich erklären - dauert diese Aufstiegstour oder vielleicht besser -tortur . . . fünf Tage, an denen wir kontinuierlich von Montag bis Freitag über die Erlebnisse einer deutschen Reisegruppe berichten könnten. Über Erfolge oder auch über das Scheitern: »Live natürlich, meine ich!« Die große Verlockung daran: Wir wären die ersten Fernsehmacher der Welt, die diese extreme technische Herausforderung annehmen und sich gleichzeitig nicht vor der körperlichen Anstrengung drücken würden.
»Meinst du, wir sollten das anpacken?« frage ich Martin, den Redaktionsleiter, beinahe beschwörend. Wahrscheinlich verdanke ich den Umstand, dass das Gespräch an dieser Stelle weitergeht, nur dem Glück, dass wir uns seit Jahren gut kennen - mit all unseren manchmal auch verwegenen Ideen und Widersprüchen.
Ja, und wie soll das gehen, mit der Technik, den monströsen Live-Kameras und der schweren Satellitenausrüstung? »Wir müssten von hier«, mein Zeigefinger bewegt sich von einem Punkt auf der Karte, der mit »Marangu Gate« benannt ist und auf 1800 Meter Höhe liegt, »nach da . . .« - nun wandert der Finger auf die über 5800 Meter der Kili-Gipfelregion. Wie viele Menschen, Kameraleute, Techniker und Reporter werden da nötig sein, was wird der Transport kosten, sprengt der Aufwand nicht den Etatrahmen?
Und fast am Ende des Gesprächs höre ich dann die Frage aller Fragen, die ich in den kommenden Monaten bald nachts im Traum vor mich herbeten kann: Wer soll denn überhaupt da hoch, wer kann da hoch auf die Extremhöhe von 5800 Metern?
»Und du selbst - du glaubst, dass das zu schaffen ist? Dass du das schaffen kannst?« Ich nicke selbstbewusst an diesem trüben Januartag in einem klimatisierten Kölner WDR-Büro und murmele statt einer Antwort noch etwas davon, dass dies in der Tat die allererste TV-Live-Übertragung vom Aufstieg auf diesen afrikanischen Wunderberg wäre. »Martin - eine Live-Premiere! . . . Und wir könnten sie machen!!«
Doch glücklicherweise gibt es in einer Fernsehanstalt viele Realisten, die nicht gleich auf die erstbeste Idee abfahren, und zeigt sie sich auch noch so verführerisch. Denn seriös gesehen wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nur, dass der in der Nähe von Nürnberg ansässige Hubert Schwarz Abenteuerreisen zum Kili anbietet und wir vielleicht mit ihm zus Reportagen nur über den Kilimandscharo, das sei doch nichts. Da gehörten auch Berichte über die Insel Sansibar und über die Serengeti dazu - nein, so kommen wir schlecht weiter.
In der Zwischenzeit sucht Hubert Schwarz eine vierzehnköpfige Bergwandergruppe zusammen. Alle Teilnehmer müssen wissen, dass sie in den fünf Tagen der Kili-Woche beim eigenen Aufstieg beobachtet werden, befragt werden, auch über ein mögliches Scheitern am Berg. Denn wir wollen keine Berichterstattung ausschließlich über Sieger, sondern vielleicht auch über Frust und Ärger der Verlierer machen. Dasselbe gilt natürlich auch für uns, die Beteiligten vom WDR: Wer traut sich die Tour überhaupt zu, bei wem reichen Gesundheit und Fitness dafür aus? Und ich mit meinen 67 Jahren immer mittendrin in der Diskussion. Was ist seriös machbar oder vielleicht doch nur eine verführerische Idee, die ganz rasch als Seifenblase zwischen Atemnot und Höhenrausch zerplatzen könnte?
Lange und heftig diskutieren wir im Kollegenkreis immer wieder, was wir an Technik unbedingt mit nach oben nehmen müssen und wo wir bei der Anzahl der Teilnehmer und beim Gewicht des Materials noch sparen können. Je kleiner die Crew, desto größer die Chancen für den Aufstieg. Aber was passiert, wenn einer von uns - oder mehrere - vorzeitig aufgeben müssen? Das Stichwort »Höhenkrankheit« wird im WDR in diesen
Wochen immer intensiver diskutiert, insbesondere der Umstand, dass es jeden aus dem Team erwischen kann, ob jung, ob alt, ob sportgestählt oder kaum trainiert. Und natürlich müssen wir auch die Frage beantworten, wie in dieser extrem hochgelegenen Region Afrikas eine medizinische Erstversorgung aussieht. Die Unsicherheit wächst. Wer trägt das Risiko?
Erste Entscheidungen
Nach wochenlanger Vorarbeit fallen die ersten Entscheidungen: Nein, mit einem Helikopter als Transportmittel können wir an diesem Berg und in dieser Höhe nichts anfangen. Ein Heli lässt sich nicht anmieten, und selbst wenn das tansanische Militär uns unterstützen würde, hätte es keinen Hubschrauber für eine Höhe von über 5000 Metern parat. Abgehakt.
Allerdings könnte die Technikausrüstung mithilfe einer ziemlich großen Anzahl tansanischer Träger von Hütte zu Hütte bis auf 3700 Meter hochgebracht werden. »Johannes, das geht aber nur dann, wenn ihr das Gewicht auf unter eine Tonne reduziert. Und bitte: Alles muss in möglichst handliche Einzelteile zerlegt werden, denn die Träger dürfen jeweils nur zwanzig Kilo transportieren.« - so die Botschaft aus Tansania an mich. Spätestens jetzt raufen sich unsere TV-Techniker wieder die Haare: Der Generator, der auch auf 3700 Meter Höhe die nötige Energie für den Betrieb aller nötigen Anlagen liefern soll, müsste immer wieder auseinandergebaut und zusammengesetzt werden können. Und selbst dann bräuchten die Träger für diesen Generator einen eigenen Transportkarren aus Holz, der für den Weg nach oben allerdings erst konstruiert werden müsste. Bei unseren einschlägigen Vorgesprächen fangen inzwischen fast alle Sätze mit einem Konjunktiv an, mit einem: »Und was wäre, wenn das passiert, wenn der Defekt auftritt? Was wäre mit dem Ersatz für Material und nicht zuletzt für Menschen?«
Darüber hinaus wurde mittlerweile auch mit dem Gesundheitscheck für die WDR-Mitarbeiter begonnen. Das Prinzip dabei ist ganz einfach: Es geht nicht nur darum, wer sich den Weg zu Fuß auf 3700 und 5800 Meter Höhe selbst zutraut, sondern auch darum, bei wem die Laborwerte stimmen, bei wem der Betriebsarzt nickt und bei wem er sein Veto einlegt.
In Abstimmung mit Hubert Schwarz' Fitnesstrainern hat inzwischen jeder von uns WDR-Menschen mit seinem individuellen Training angefangen: Laufen, Gymnastik, Kraftübungen - und immer wieder der Frust, wenn bei allen notwendigen Vorbereitungen die Zeit für das Training wieder einmal zu knapp ist. In Gesprächen merke ich, dass sich kaum einer aus dem Kollegenkreis so richtig in die Karten sehen lässt. Auf jede Nachfrage erhalte ich die lakonische Antwort: »Doch, doch, ich bi

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